Der Hut - das schwierigste Accessoire

Dienstag, 11. Juni 2013

Mode & Lifestyle

Zeichen der Zeit?

Jugendliche tragen Trilby, Popstars setzen sich Beanie-Mützen auf, Models posieren mit Schlapphut. Stehen wir einem Hutrevival gegenüber oder handelt es sich um einen kurzlebigen Modetrend? Wieso erfordert es eigentlich immer noch so viel Mut, im Alltag einen Hut zu tragen? Modebewusste wissen es schon lange: Ein Outfit ohne passende Accessoires ist nur ein halbes Outfit. Dementsprechend verfügt die Frau von heute auch über ein beachtliches Accessoire-Arsenal. Schuhe, Taschen, Schmuck - in einem gut sortierten Frauenkleiderschrank ist alles drin.

HutmodeWas aber die Kopfbedeckung angeht, sind die meisten Frauen ausgesprochen vorsichtig. Nur wenige Hutformen schaffen es hinein. Dazu gehören der Sonnenhut und die Wollmütze, vermutlich eher jahreszeitlich bedingt. Alles andere fällt in die Kategorie “Besondere Anlässe”. Dabei sind Hüte ein ausgesprochen kleidsames Accessoire. Sie können die Persönlichkeit ihrer Trägerin auf besondere Weise unterstreichen, ihr Nachdruck verleihen. Die Auswahl des passenden Hutes erfordert in der Tat ein wenig Fingerspitzengefühl. Farbe und Form sollten zur Gesichtsform, zum Outfit und zur Figur passen. Selbstverständlich sollte auch das Material der Jahreszeit entsprechen. Es gibt jedoch so viele verschiedene Modelle in allen erdenklichen Farben und Größen, dass das Argument, es sei, so schwierig den richtigen Hut zu finden und ihn entsprechend zu kombinieren, einen stutzig machen muss.

Ein Relikt aus früheren Tagen?

Lange Zeit wagte eine echte Dame es nicht, sich ohne Kopfbedeckung in der Öffentlichkeit zu zeigen. Bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts hinein galt sie als schlecht angezogen, wenn sie keinen ihrem Status angemessenen Hut trug. Ab ca. 1940 änderte sich das, in den 50er Jahren wurden Damenhüte immer häufiger durch Kopftücher ersetzt. In der Hippie-Ära wurden Hüte nur noch von der Boheme getragen, eine Uschi Obermaier oder Yoko Ono traute sich das vielleicht noch, aber Lieschen Müller verzichtete zunehmend darauf. Der zunehmende Verzicht der modernen Frau auf den Hut steht gesellschaftsphilosophisch sogar im Einklang mit dem Diktat der Uniformität einer modernen Leistungsgesellschaft. Ein Hut ist auffällig, er suggeriert Andersartigkeit und Überlegenheit.

Passen solche Qualitäten überhaupt noch in unsere Zeit?

Und ob!

Bildquelle: © Rainer Sturm - pixelio.de

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